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Kein Plus an Sicherheit durch Waffenrechtverschärfung 

Das Forum Waffenrecht lehnt weitere Verschärfungen des Waffenrechts ab, da sie die öffentliche Sicherheit nicht verbessern. Experten bekräftigen dies in der Bundestagsanhörung. Angemahnt werden ein verbesserter Vollzug bestehender Vorschriften sowie eine effektive Bekämpfung des illegalen Waffenhandels. 

(Berlin, 29. November 2016) Handlungsbedarf im Waffenrecht für mehr öffentliche Sicherheit? Auf Betreiben von Bündnis 90/Die Grünen fand gestern eine Öffentliche Anhörung vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages statt. Die Allianz der im Forum Waffenrecht zusammengeschlossenen Verbände von Bund der Militär- und Polizeischützen (BdMP), Bund Deutscher Sportschützen (BDS), Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Schießsport Union (DSU), Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) und Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) sowie der Deutsche Schützenbund (DSB), die etwa 2,5 Millionen rechtschaffene Bürgerinnen und Bürger vertreten, lehnen Verschärfungen des geltenden Rechts ab, weil damit die öffentliche Sicherheit keineswegs verbessert werden kann. Das Bundeslagebild Waffenkriminalität 2015 zeigt bereits deutlich: Nur 0,1 Prozent aller Straftaten wurden mit Schusswaffen verübt. "Sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch in der Langzeitbetrachtung waren die erfassten Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen in Deutschland rückläufig", so ein Fazit des Berichts.  In seiner Stellungnahme zur Anhörung betonte Oberstaatsanwalt Rainer Hofius: Die wenigen Verfahren gegen legale Waffenbesitzer seien als für die Sicherheit der Bevölkerung kaum bedeutsame Formalverstöße einzuordnen. 

"Legale Waffenbesitzer mit neuen Auflagen zu überziehen ist natürlich einfacher, als illegalen Waffenhandel einzudämmen. Hier wird aber schlicht der falsche Baum angebellt", sagte Hans-Herbert Keusgen, Vorsitzender des Forum Waffenrecht. Statt nutzlose Hürden für gesetzestreue Bürger zu errichten, müsse endlich für einen funktionierenden Vollzug bestehender Vorschriften von der Erlaubnis bis zur Überprüfung gesorgt werden. Schon für diese Pflichtaufgabe reiche derzeit das Personal in den Behörden nicht aus, so Keusgen weiter.

In ihrer Stellungnahme zur Anhörung unterstützt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) diese Forderung und stellt weiterhin fest: "Schusswaffen, die für Straftaten verwendet werden, einschließlich terroristischer Aktionen, gelangen kaum über legale Wege in den Besitz der Täter. " Dementsprechend müsse mehr Personal für die Bekämpfung des illegalen Waffenhandels eingestellt werden, so der GdP-Sachverständige Hans Jürgen Marker in der Anhörung.

Die Schusswaffe für die schreckliche Bluttat Mitte Juli 2016 in München stammte nachweislich aus dem sogenannten Darknet, einem illegalen Teil des Internets, der von Behörden derzeit nur mangelhaft kontrolliert werden kann. Selbst Heranwachsende sind heute in der Lage, in einer digital vernetzten Welt immer leichter an illegale Waffen zu gelangen. Dies hat die Tat in München auf fatale Weise bewiesen.  

Die Forderung von Bündnis 90/Die Grünen, Privatpersonen die Nutzung halbautomatischer Waffen zu verbieten, lehnt das Forum Waffenrecht als Aktionismus ab. Bereits im Sommer 2016 habe die Europäische Kommission betont, dass lediglich automatische Feuerwaffen, die in halbautomatische umgewandelt werden, besonders gefährlich seien, da sich diese leicht in Kriegswaffen verwandeln ließen.  Hingegen hätte eine Kriminalisierung von halbautomatischen Waffen, wie sie verbreitet von Jägern und Sportschützen verwendet werden, keinerlei Auswirkung auf die öffentliche Sicherheit, so die Verbände-Allianz.

„Wer weiterhin auf Scheinmaßnahmen setzt, verspielt auch das letzte Vertrauen in Politik", sagte Keusgen. Vorzugaukeln, man müsse nur den legalen Privatbesitz von Schusswaffen verbieten um das öffentliche Sicherheitsproblem zu lösen, ist geradezu fahrlässig, so Keusgen. Der GdP-Sachverständige Marker dazu: "Waffenrechtsverschärfung ist grundsätzlich keine wirksame Methode, um organisierte Kriminalität und Großkriminalität zu verhindern.

Die Verbände fordern, dass die hohen Standards zur Deaktivierung von vollautomatischen Waffen zu Dekowaffen, die in Italien und Deutschland gelten, grundsätzlich EU-weit umgesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise das Durchbohren des Laufes und des Patronenlagers. In der Slowakei wurden bis vor kurzem Sturmgewehre aus alten Militärbeständen zu Salutwaffen umfunktioniert, indem lediglich zwei Bolzen in die Waffe eingesetzt wurden, die sich leicht entfernen ließen. Terroristen nutzten für ihre Anschläge in Paris im November 2015 ebensolche mangelhaft zurückgebauten, vollautomatischen Waffen. 

Abschließend sagte der Vorsitzende des Forum Waffenrecht, Hans-Herbert Keusgen, anlässlich der Öffentlichen Anhörung vor dem Innenausschuss des Bundestages: "Oberstaatsanwalt Rainer Hofius spricht mir in seiner Stellungnahme aus dem Herzen wenn er schreibt, dass angesichts des fehlenden Zugewinns an öffentlicher Sicherheit eine weitere Einschränkung der Rechte der Legalwaffenbesitzer das Verhältnismäßigkeitsprinzip unserer Verfassung verletzt." 
 

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Weitere Verschärfungen des Waffenrechts erhöhen nicht die öffentliche Sicherheit. Das Bundeslagebild Waffenkriminalität 2015 zeigt deutlich: Nur 0,1 Prozent aller Straftaten wurden mit Schusswaffen verübt. 

Quelle: Deutscher Bundestag / Katrin Neuhauser

 

Mehr Infos finden Sie unter  den Deutschen Jagdverband (DJV)


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Hege und Bejagung des Schwarzwildes                                                                                            Michael Jüngling
Schwarzwildrotte                                                                                        
 
Schwarzwild besiedelt viele Regionen Deutschlands in teilweise sehr hohen Wilddichten und die richtige Bejagung und Bestandsbewirtschaftung stellt für den Jäger oftmals eine große Herausforderung dar. Da durch Schwarzwild resultierende Schäden in der Landwirtschaft schnell sehr kostspielig werden können, steht in vielen Revieren eine scharfe Bejagung der Sauen im Vordergrund. Dieser Jagddruck führt meist dazu, dass unser Schwarzwild seine Aktivitäten in die dunklen Nachtstunden verlegt und sogar helle Mondnächte meidet. Dieses Verhalten und sein oftmals erstaunliches Gespür, sich auf Drückjagden auf unvorhersehbaren Wechseln aus dem Treiben zu stehlen, machen die Bejagung nicht einfacher. Da aber eine effektive und ausreichende Bejagung des Schwarzwildes im Sinne der Wildschadensverhütung und Seuchenprävention unabdingbar ist, sollte man sich als Jäger mit der wildbiologisch sinnvollen Bewirtschaftung vertraut machen und diese auf großer Fläche umsetzen. 
 
Schwarzwildhege heißt nicht nur Kirren!
Obwohl wir nach Bundesjagdrecht Schwarzwild in freier Natur nicht „hegen" dürfen, können wir einiges im Revier und an unserem Verhalten gegenüber den Sauen bewegen, was eine erfolgreiche und nachhaltige Bejagung ermöglicht und somit die Gefahr der Überpopulation und Ausbreitung von Wildseuchen und Krankheiten eindämmt. Es geht dabei in keinster Weise um eine Überhege des Schwarzwildbestandes, sondern um das Heranhegen eines ausreichenden Anteils adulter Stücke. Diese „groben Sauen" bürgen für gesunde und stabile Bestände, was wiederum mit dem Hegeauftrag des Jägers im Einklang steht. Der Bejagungsschwerpunkt muss daher auf die Erlegung der Frischlinge ausgelegt sein, was bedeutet, so viel Nachwuchs wie irgend möglich der Wildbahn zu entnehmen. Insbesondere nach Mastjahren und Jahren mit milden Wintern und trockenem Frühjahr kann es zu wahren Bestandsexplosionen kommen, was dem Jäger einiges an jagdlichem Engagement abfordert. Schwarzwild ist für ausreichende Ruhe in und direkt an den Einstandsdickungen dankbar und nimmt Störungen innerhalb seines „Schlafzimmers" meist recht übel und glänzt dann tagelang durch Abwesenheit. Je mehr Ruhe das Schwarzwild genießt und ungestört seinen Bedürfnissen z.B. wie Nahrungsaufnahme und dem Aufsuchen einer Suhle nachgehen kann, desto eher kann man es auch schon bei ausreichenden Lichtverhältnissen im Revier antreffen. Reviergestalterisch können für das Schwarzwild auch Suhlen an geeigneten, von Natur aus feuchten Stellen angelegt werden. Salzlecken und mit Buchenholzteer angelegte Malbäume werden von den Sauen ebenfalls gerne angenommen. Um übermäßige Schäden in der Landwirtschaft zu vermeiden, kann die einstandsnahe Anlage von Wildäsungsflächen und Wildäckern sich schadensentlastend auswirken. Die Bereitstellung von Hülsenfruchtgemengen, Topinamburstreifen oder auch Kleemischungen mit Hafereinsaat kann die Sauen für längere Zeit an diese Flächen binden. Wird an den Schadensflächen gleichzeitig noch eine entsprechende Wildschadensverhütung durch Zäunung oder Verstänkern durchgeführt, sollten sich auftretende Schäden in Grenzen halten lassen. In der wildschadensgefährdeten Zeit ist es sinnvoll die Schwarzwildbejagung im Wald an den Äsungsflächen und Einständen ruhen zu lassen und sich auf Vergrämungsabschüsse im Feld zu konzentrieren. 
 
Die richtige Ausrüstung und ausreichendes Sitzfleisch steigern den Jagderfolg!
Sauen winden und vernehmen ausgesprochen gut. Es kommt somit beim Ansitz nicht nur auf den richtigen Wind und viel Geduld und ausreichendes Sitzfleisch an, sondern auch auf die richtige Ausrüstung sollte man sein Augenmerk richten. Die Jagdkleidung muss möglichst geräuschlos sein und darf nicht rascheln oder mit metallisch klapperten Knöpfen versehen sein. Die Waffe muss ein hochwildtaugliches Kaliber aufweisen und das Geschoss auch bei stärkeren Sauen möglichst noch einen Ausschuss produzieren. Kaliber im 7 oder 8mm Bereich mit hohen Geschossgewichten sind in aller Regel ausreichend. Die Zieloptik stellt ebenfalls einen wichtigen Faktor für eine erfolgreiche Jagd dar. Da die Sauen in vielen Revieren erst im allerletzten Büchsenlicht ihren Kessel verlassen und selbst bei Mondlicht helle Areale meiden, sollte auf der Waffe eine lichtstarke Optik mit großem Objektivdurchmesser (50-56mm) montiert sein. Bietet das Zielfernrohr zudem ein Leuchtabsehen, ist das Zielfassen auf einem dunklen Wildkörper wesentlich sicherer. Auf Drückjagden greift man am geeignetsten auf ein variables Zielfernrohr mit großem Sehfeld zurück, was das Erfassen eines beweglichen Zieles wiederum deutlich erleichtert. Der Einsatz illegaler Nachtzieleinrichtungen oder das Blenden des Wildes mit einer Lampe ist nicht nur mehr als unwaidmännisch, sondern stellt einen schweren Verstoß gegen unser Jagd- und Waffengesetz dar!  
 
Wie komme ich an die Sauen ran?
Um bei der Einzeljagd erfolgreich auf Schwarzwild zu Waidwerken und nicht nur Zufallsbegegnungen zu nutzen ist eine ausreichende Revierkenntnis von großem Nutzen. Man sollte wissen, wo und wie die Wechsel verlaufen, die Sauen bevorzugt auf Nahrungssuche gehen und wo sie bei welcher Witterung ihre Einstände beziehen. In Mastjahren sind die Sauen meist in entsprechenden Buchen- oder Eichenbeständen anzutreffen. Neben dem Ansitz an Wechseln oder Äsungsplätzen wird in vielen Revieren die Kirrjagd ausgeübt. Eine Schwarzwildkirrung sollte für eine effektive Bejagung so angelegt sein, dass ausreichendes Mondlicht auf diese Stelle fallen kann und sie nicht im dunklen Schatten liegt. Die Ansitzeinrichtung muss nach der Hauptwindrichtung ausgelegt sein und sollte möglichst geräuschlos angegangen werden können. Bei der Anlage einer Kirrung ist die Jagdgesetzgebung des entsprechenden Bundeslandes zu beachten. Generell soll das Kirrgut (z. B Getreide oder Eicheln) so ausgebracht werden, dass es nur von Schwarzwild und keiner anderen Wildart aufgenommen werden kann. Dazu kann es z.B. eingegraben oder auch abgedeckt werden. Insbesondere an heißen Sommertagen zieht es die Sauen oft schon recht frühzeitig am Abend in die Suhle. Mit dem Ansitz und der Bejagung sollte es an solchen Stellen aber nicht übertrieben werden, da das Wild schnell mit Misstrauen reagiert und dann ausbleibt. 
 
Sauen im Anblick – welches Stück erlegen?
Man ist generell gut damit beraten, aus einer Rotte sich eine der schwächsten oder gar das schwächste Stück rauszupicken. Gerade wenn man noch nicht gar so firm im Ansprechen des Schwarzwildes ist, kann man durch diese Strategie schwerwiegende Fehlabschüsse (wie den Abschuss eines führenden Stückes) vermeiden! Bei einzeln ziehenden Sauen ist generell Vorsicht geboten. Insbesondere im Frühjahr und Frühsommer können führende Bachen ihren Nachwuchs für einen kurzen Ausflug auf einen einstandsnahen Äsungsplatz oder auch zu einer Kirrung im Kessel zurücklassen. Daher muss vor einer Erlegung sicher angesprochen werden und sichergestellt sein, dass es sich um keine für die Aufzucht benötigte, führende Bache handelt! Bei diesen führenden Bachen sind bei optimalen Lichtverhältnissen und der richtigen Perspektive die Striche (Gesäuge) relativ gut erkennbar. Auch zeigen führende Bachen in der Regel  einen verzögerten Haarwechsel und tragen bis Frühsommerbeginn meist noch die Winterschwarte. Soll gezielt die eine oder andere Bache zur Bestandsreduktion zur Strecke gebracht werden, sollte dies erfahrenen Schwarzwildjägern vorbehalten sein. Aus einer gemischten Rotte wäre dazu eine geringere Bache zu strecken und darauf zu achten, dass die Leitbache (welche die Rotte anführt) verschont wird. Grundvoraussetzung zum Abschuss einer Bache ist, dass die dazugehörigen Frischlinge nicht mehr auf die Muttermilch angewiesen sind, was ein Lebensalter von mindestens 6 Monaten voraussetzt. Diese Frischlinge weisen dann schon ein Gewicht von 15 bis 20kg aufgebrochen auf und haben ihre gestreifte Frischlingsschwarte gewechselt und wirken nun bräunlich.    Ein reifer Keiler ist nicht nur eine imposante Trophäe! Ein wildbiologisch korrekt bewirtschafteter Schwarzwildbestand zeichnet sich nicht durch Quantität (also möglichst viele Sauen im Revier), sondern Qualität (gesunde Altersstruktur und Rottenverbände) aus! Ein Indikator für die richtige Bejagung ist neben einem erträglichen Wildschadensaufkommen das Vorhandensein reifer Keiler. Nur wenn man geduldig die Mittelklasse schont und nicht jeden an der Kirrung in Anblick kommenden jungen Keiler gleich zur Strecke bringt, wird man schon innerhalb einer absehbaren Zeit eine realistische Chance auf den Anblick eines groben Keilers haben!

 

DJV und CIC begrüßen UN Resolution gegen Wilderei

Nachhaltige Jagd steht im Einklang mit internationalen Konventionen.

Das Verbot einer nachhaltigen Auslandsjagd erschwert den Kampf gegen Wilderei. (Quelle: Rolf Roosen)

13. August 2015 (djv/cic) Berlin. Weiter Infos finden Sie unter dem Deutschen Jagdverband

Rettet das Niederwild!

 

Der Bayerische Jagdverband setzt sich ein für das Niederwild, das in unserer Feldflur zur Rarität geworden ist. Erster Teil unserer Serie: Die Wachtel – schon bald auf dem Rückflug in die Sahara – Informationen über einen Hühnervogel, der rar geworden ist. 

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Bildquelle: Klaus Schmidt 

Weitere Infos finden Sie hier

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